SoHo Kampagne für mehr Toleranz und Verständnis
Die neueste Integrationsdebatte und die Abhandlung dieser Thematik in den diversen Medien, zeigt oftmals ein beunruhigendes Bild in der Öffentlichkeit. Eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft ist oftmals nicht möglich, MigrantenInnen werden in vielen Bereichen diskriminiert. Lesbischwule und transidente MigrantenInnen – egal welcher Religion - unterliegen zudem einer doppelten Diskriminierung, einerseits auf Grund ihres Migrationshindergrundes und andererseits wegen ihrer sexuellen Identität. Damit verbunden sind Ausgrenzung und Intoleranz. Ziele dieser Kampagne sollen es sein, Respekt vor diesem Menschen und Akzeptanz für diese Menschen zu fördern.
Gerade im derzeitigen Diskurs über Minderheiten oder Zuwanderer im einzelnen und Integration im allgemeinen, blieben zum Beispiel muslimische Lesben, Schwule und Transgender bis dato unbeachtet und von jeglicher Diskussion ausgeschlossen. Muslime spielen in der lesbischwulen Community jedoch eine immer stärkere Rolle. Mit ihren persönlichen Problemen in der Familie und in der muslimischen Gesellschaft blieben sie bis dato völlig auf sich alleine gestellt. Diese Kampagne soll ein erster Beitrag, ein Zeichen sein, dass "Geich viel Recht für gleich viel Liebe!" für alle gilt.
Europa
Das Europäische Parlament hat am 18. Jänner 2006 in einer Entschließung gegen Homophobie in Europa aufgerufen. Es fordert die Kommission und alle Mitgliedstaaten auf, alle Maßnahmen zu ergreifen, um Homophobie und Diskriminierung aus Gründen der sexuellen Ausrichtung zu bekämpfen und den Gleichheitsgrundsatz in ihrer jeweiligen Gesellschaft und Rechtsordnung zu fördern und anzuwenden.
„Allah hat mich so gemacht wie ich bin – Du gehörst zu uns“
Die Kampagne verfolgt mehrere Ziele:
- Du gehörst zur österreichischen Gesellschaft
- Verständnis für mehr Miteinander in der Community
- Homosexualität und Religion stellen keinen Widerspruch dar
- Stärkere Einbringung von lesbischwulen MigrantenInnen in die Community
- „Wir“ als SoHo setzen uns für Deine Interessen ein
Zur Thematik Islam und Homosexualität als erste der Sujetserien:
Viele traditionelle Islamgelehrte sind bei der Frage, wie der Koran und somit auch der Islam zur Homosexualität steht sehr gespalten und meinen, dass der Islam dies als Sünde und Vergehen ansieht und dies daher auf das schärfste abgelehnt wird.
Religiöse fundamentalistische Ideologien und die Verbreitung von Hasstiraden, sind eine wesentliche Quelle für homophobe Einstellungen, Hass und Diskriminierung. Dies gilt für die christliche Kirche ebenso, wie für den Islam. Bei Fundamentalisten bzw. im orthodoxen Islam wird es zwar weiterhin keinen Platz für Lesben, Schwule und Transidente geben, jedoch zeigt es sich, dass in immer mehr und mehr liberal denkenden muslimische Gruppierungen das Thema Homosexualität kein Problem mehr darstellt.
Es gibt bereits einige liberal denkende Imame, die den Koran - gerade auch zur Homosexualität – sehr offen interpretieren und zitieren.
Die Situation von lesbischwulen und transidenten MigrantenInnen, ihre persönlichen Probleme und die oftmals doppelte Ausgrenzung in der Gesellschaft, sind für jeden Einzelnen ein großes Problem und eine Belastung. Daher soll diese Kampagne auch dazu anregen, dass man offener mit dieser Thematik umgeht, Betroffene sich stärker in die Gesellschaft und die Community einbringen und somit auch mitgestalten sollen. Die Kampagne wird bis in den Herbst mit weiteren Sujets fortgesetzt, weiters werden ab dem Spätsommer Diskussionsveranstaltungen zu diesem Thema organisiert und somit die Kampagne abgerundet.
Wir danken Volker Moritz vom Veilige Haven in Amsterdam für die Untersützung und teilweisen zur Verfügungstellung des Wortlautes.

