Traschkowitsch: Sechzig Jahre nach Unterzeichnung hat Erklärung der Menschenrechte nichts an Bedeutung verloren

die Yogyakarta-Karta 10.12.2008 – Wien (SK) – “Dieses Jahr ist der heutige Internationale Tag der Menschenrechte von besonderer Bedeutung, da vor genau sechzig Jahren die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte unterzeichnet wurde. Diese Erklärung stellte den wichtigen ersten Schritt zur Schaffung eines umfassenden internationalen Rahmens für den Schutz der Menschenrechte dar”, so Peter Traschkowitsch, Bundesvorsitzender der SoHo (Sozialdemokratie und Homosexualität), am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. “Die Yogyakarta-Prinzipien, zu deren UnterzeichnerInnen unter anderem der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Manfred Nowak, gehört, dehnen die Menschenrechte auf die sexuelle Orientierung und Identität aus. Wie wichtig und notwendig dies ist, zeigen die Länder Iran, Jemen, Mauretanien, Nigeria, Saudi-Arabien und Sudan, dort steht Homosexualität nach wie vor unter Todesstrafe. Sechzig Jahre nach der Unterzeichnung hat die Erklärung also nichts an Bedeutung verloren!” ****

“Der internationale Zusammenhalt für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen ist auch wegen der unerklärlichen Haltung des Vatikans wichtig: Erzbischof Celestino Migliore kritisierte letzte Woche den von der französischen Regierung vorgebrachten UNO-Antrag zum Schutz von Homosexuellen vor gewalttätigen Übergriffen, strafrechtlicher Verfolgung und der Todesstrafe,” so Traschkowitsch weiter. “Gerade so kurz vor dem sechzigsten Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte eine Ungeheuerlichkeit und Respektlosigkeit gegenüber Lesben und Schwulen, da in manchen der bereits angeführten Länder Homosexuelle wie Hexen und Ketzer einst im Mittelalter öffentlich hingerichtet werden!”

“Die EU hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschenrechte innerhalb der Union, aber auch in Drittländern, zu verbessern und nachhaltig zu sichern. Mehr denn je ist es wichtig, sich innerhalb und außerhalb der EU für Menschenrechte von Menschen mit Handicap, Lesben, Schwulen und Transgender-Personen einzusetzen. Daher ist gerade die von der UNO ins Leben gerufene Kampagne ‘Würde und Gerechtigkeit für uns alle’ zu unterstützen und mitzutragen”, so Traschkowitsch abschließend.

Linktipp: Die Yogyakarta-Prinzipien – Prinzipien zur Anwendung der Menschenrechte in Bezug auf die sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität (PDF)Â

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