Das neue Jahr 2008 hat zwar längst begonnen, es fragt sich also, ob eine Rückschau überhaupt noch Sinn macht. Da aber die gesellschaftspolitischen Vorgänge um uns herum ihre Wurzeln im Vorjahr und ihr Ziel (hoffentlich) im angelaufenen Jahr haben, wage ich es trotzdem. 2007 hat die SoHo viel zu tun gehabt. Die SoHo Tirol wurde „revitalisiert“ und ist unter den neuen Vorsitzenden gleich vom Start weg sehr aktiv geworden. In Wien hat sich die „Sektion 69“ gegründet. Sie wird sich um unsere Belange in den Wiener Bezirken 6 – 9 kümmern. Auch hier ist der Start voll gelungen. Die Aktion „Betreutes Wohnen“ ist, nach dem Konzept von Courage – Wahala, in Zusammenarbeit mit dem 6. Bezirk auf Schiene gestellt. Der Start erfolgt demnächst.
In Transgender-Angelegenheiten haben wir neue Initiativen gestartet, die ich jedoch hier, aufgrund der etwas intrigenanfälligen Szene, nicht ausbreiten möchte. Hier arbeiten wir mehr hinter den Kulissen. Die von uns angeregte Evaluierung, wie es mit der homosexuellen (vor allem schwulen) Altenbetreuung in Wien und in Österreich ausschaut, ist noch im Gange, da sollten im Frühjahr Ergebnisse kommen. Sollte ich jetzt etwas vergessen haben, die Betroffenen werden mich sicher darauf aufmerksam machen.
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Als 68jähriger Schwuler bin ich derzeit immer ein wenig zwischen euphorischer Hoffnung und tiefer Enttäuschungsbereitschaft (“das wird eh wieder nix“) hin und her gerissen. Beides sind subjektive Wahrnehmungen, Stimmungen, Einschätzungen je nach persönlicher Befindlichkeit – also alles Instrumentarien, die einer zielgerichteten Arbeit fast diametral im Weg stehen.
Es klingt ja wirklich großartig: „Eingetragene Partnerschaft für Homosexuelle vor dem Standesamt“ – und das aus dem Mund der ÖVP. Zuerst Minister Pröll, dann Vizekanzler olterer. Letzterer sprach von „Gesetz noch in diesem Jahr – 2008 kann der Homopakt geschlossen werden.“ Homopakt, naja. Pröll sprach von einer Eingetragenen Partnerschaft (EP) nach Schweizer Muster. Das Schweizer Gesetz sieht eine Eintragung vor dem Standesamt vor und stellt die Homosexuellen faktisch der Ehe gleich. Ausgenommen (sogar verboten) ist die Adoption, auch der Zugang zur Fortpflanzungsmedizin ist verwehrt. Über beides wird man verhandeln müssen. Justizministerin Berger hat zwar völlig überflüssig deponiert, dass sie sowieso nie eine Adoption wollte. Sie hat (hoffentlich) nur die Fremdkindadoption gemeint.
Es hat ein bissel gedauert, bis wir uns wieder mit einem Newsletter melden, wir entschuldigen uns dafür. Vielleicht lag es aber auch daran, dass sich an unserer Grundsituation (leider) noch nichts geändert hat. Die SPÖ steht (seit Jahren) klar positioniert da, während die ÖVP seit kurzer Zeit nachzudenken beginnt. Die Signale aus dem Familienministerium (Kdolsky – ÖVP) und dem Justizministerium (Berger – SPÖ) lassen Hoffnungen aufkommen, dass zumindest unsere Grundforderungen in absehbarer Zeit in Erfüllung gehen:
Wer in den letzten Tagen oder Wochen unseren Newsletter erwartet oder auch schon vermisst hat: Ich habe etwas zugewartet, bis sich die Enttäuschung, die auch uns erfasst hat, etwas gelegt hat und der Blick frei auf die neue (eigentlich die alte) Realität geworden ist. Unsere wirklich große Enttäuschung haben wir allerorts deutlich deponiert. Für eine Organisation wie die SoHo, die was weiterbringen soll, kann aber Enttäuschung nur eine temporäre Erscheinung sein. Unsere Aufgabe ist es, allen Widrigkeiten zum Trotz, unsere Anliegen durchzusetzen. Und genau daran arbeiten wir schon wieder – jetzt halt unter geänderten Rahmenbedingungen. 













