Die komplette Streichung aller Landesförderungen für das Don-Bosco-Jugendheim Amstetten durch FPÖ-Landesrat Martin Antauer sorgt aktuell für heftige Kritik. Besondere Empörung ruft aber nicht nur in Amstetten seine Begründung für diesen jugendpolitischen Kahlschlag hervor: Hatte Antauer anfangs noch die Arbeit des Jugendzentrums gelobt, reagierte er auf die breite Kritik an dieser Kürzung nun mit einer höchst-peinlichen Aussendung, in dem er dem Jugendzentrum „links-woken Wahnsinn“ vorwarf, nachdem es dort in der Vergangenheit neben zahlreichen anderen Events auch Workshops rund um die Themen Vielfalt und LGBTIQ+ gegeben hatte. „Es ist wieder einmal bezeichnend, dass die FPÖ Niederösterreich auf berechtigte Kritik nicht mit Argumenten, sondern einem billigen Vorbild ganz im Stile Trumps und des jüngst abgewählten Victor Orbans reagiert. Ohne jeglichen Zusammenhang wird gegen die LGBTIQ+ Community geschimpft und gehetzt, nur um vom eigenen Totalversagen abzulenken. Fakt ist: Antauer und seiner Partei sind die jungen Menschen in Niederösterreich genauso egal wie diese wichtige Einrichtung bei uns in Amstetten – mit ihrem Kulturkampf können sie davon niemanden ablenken“, betont die Vorsitzende der sozialdemokratischen LGBTIQ+ Organisation SoHo in Niederösterreich und Amstettner SPÖ-Gemeinderätin Birgit Kern.
Auch für den Vorsitzenden der SoHo Österreich und SPÖ-Nationalratsabgeordneten Mario Lindner passen Antauers Ausreden leider ins Gesamtbild der FPÖ. Auf Lindners Initiative wertete der Parlamentsdienst erst vor kurzem die Arbeitsschwerpunkte der einzelnen Parteien aus. Dabei wurde u.a. deutlich, dass die Freiheitlichen als einzige Partei ständig Anträge, Initiativen und Presseaussendungen zum Thema „woke“ lancieren. Von insgesamt 72 parlamentarischen Initiativen zu diesem Thema zwischen 2023 und 2025 stammten beispielsweise 61 von den Blauen. (mehr dazu hier) „Es ist leider nichts neues, dass die FPÖ von diesem Thema besessen ist. Aber mit dieser peinlichen Aussendung hat Antauer für seine ohnehin inhaltsbefreiten Partei einen neuen Tiefpunkt erreicht! Statt billige Kulturkampf-Phrasen abzugeben, sollte Antauer endlich einmal wirklich etwas für die Menschen in seinem Bundesland besser machen – die Schließung eines Jugendzentrums bringt nämlich für niemanden eine Verbesserung!“