Zunahme von Gewalt gegen Homosexuelle im Irak

Traschkowitsch empört über Untätigkeit der Irakischen Regierung

Human Rights WatchWien (SK) – „Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch berichtet in ihrem Bericht ‚They want us exterminated‘ von außergerichtlichen Hinrichtungen, Entführungen und Folterungen hunderter homosexueller Männer im Irak“, so Peter Traschkowitsch, Bundes- und Wiener Landesvorsitzender der SoHo (Sozialdemokratie und Homosexualität), heute gegenüber dem SPÖ Pressedienst. „Die Irakische Regierung bleibt völlig untätig, obwohl der Bericht von wahrscheinlich hunderten Toten spricht, eine genaue Zahl sei aber wegen ‚Schweigen und Stigmatisierungen gegenüber Sexualität‘ unmöglich.“

„Homosexualität selbst ist im Irak zwar nicht verboten aber von weiten Teilen der Gesellschaft geächtet und es gibt etwa ein Gesetz gegen Analverkehr, egal ob in homo- oder heterosexuellen Beziehungen. Religiöse Milizen, selbsternannte Moralisten, suchen sich dem Bericht zufolge homosexuelle Männer, foltern und ermorden sie. Zu Beginn dieses Jahres haben diese Angriffe in Bagdad begonnen und sich auf weitere Städte ausgeweitet“, entnahm Michael Leiblfinger, Internationaler Sprecher der SoHo, dem Bericht. „Human Rights Watch berichtet auch, dass bei diesen Gewaltverbrechen gegen Schwule reguläre irakische Sicherheitskräfte mitgewirkt haben.“

„Die Untätigkeit der irakischen Regierung ist erschütternd. Es scheint so, als würde die Ermordung von Hunderten toleriert und akzeptiert. Ich fordere daher nicht nur eine offizielle Verurteilung der irakischen Regierung und Thematisierung bei der nächsten EU-Innenministerkonferenz sondern auch alles zu unternehmen, um flüchtende, homosexuelle Iraker europaweit aufzunehmen“, so Peter Traschkowitsch abschließend.